Die Gründung des Bauvereins

Die Wohnungsnot der Arbeiter und der Wille zu weiterer Expansion bei der Firma Holthaus waren ausschlaggebend für die Gründung des Bauvereins. Die Oldenburgische Volkszeitung berichtet über die Gründungsversammlung wie folgt:

477239_196642787111848_379648959_o„Dinklage, 13. Febr. Am 13 d. Mts. wurde von einer zahlreich besuchten Versammlung, deren Vorsitz der Direktor der Firma B. Holthaus, Maschinenfabrik Akt.-Ges. Herr Hans Niggemann führte, ein „Spar- und Bauverein e.G.m.b.H. für die Gemeinde Dinklage gegründet. Zweck und Ziel dieses Bauvereins ist, seinen unbemittelten Mitgliedern gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten Häusern zu billigem Preise zu verschaffen, sowie Spareinlagen seiner Mitglieder anzunehmen und zu verwalten. In die angelegte Genossenschaftsliste zeichneten sich 42 Mitglieder mit 55 Anteilen ein . In den Vorstand wurden von der Versammlung als Geschäftsführer Rechnungsführer Frz. Dieckmann, als Kassierer und Schriftführer der Korrespondent Franz Ewers berufen. Als deren Stellvertreter wurden gewählt die Herren Heinrich Kröger und August Hengemühle. Zu Aufsichtsratsmitgliedern wurden ernannt die Herren Landwirt Franz Böckmann in Bünne, Apotheker Constantin Driver, Gemeindevorsteher Ostendorf, Direktor Hans Niggemann, Hermann Kröger, August Kamphaus, Heinr. Blömer und Wilh. Grotegers, sämtlich von Dinklage. Von dem Vorsitzenden wurde noch erwähnt, dass die Firma B. Holthaus Maschinenfabrik Akt.-Ges. 20000 Mark zum Erwerb von Grundstücken auf eine langjährig unkündbare Hypothek herzugeben bereit sei, was die Versammlung mit allseitigem Beifall dankend quittierte. Die Satzungen des Vereins werden vom Vorstand und Aufsichtsrat durchberaten und sollen auf einer demnächstigen Versammlung zwecks Anerkennung vorgelegt werden.Die Gründung dieses Bauvereins war für Dinklage eine dringende soziale Notwendigkeit, da hier eine wirkliche Wohnungsnot herrscht. Wir möchten deshalb an dieser Stelle an alle Familienvorstände die Bitte richten durch Beitritt als Genosse die Bestrebungen des Vereins, der minderbemittelten Bevölkerung von Dinklage ein zweckdienliches und gesundes Eigenheim zu verschaffen, zu unterstützen.“

 Einige Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder

Diese private Wohnungsbauinitiative war in ihrer Art in der Region einzigartig und kann als eine Art früher Sozialer Wohnungsbau bezeichnet werden. Bemerkenswert ist auch, dass neben der Firma Holthaus einige angesehene Bürger Dinklages den Verein unterstützten.

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